Rund 49.000 Unterzeichner haben bereits ihr Veto gegen die Internetzensur eingelegt. Damit auch alle Interessierten wissen, wer sich das wagt, werden alle Namen veröffentlicht, hat ppq entdeckt und schreibt:
„Sie wussten immer unsere Namen“, klagte nach dem Mauerfall eine verdiente Bürgerrechtlerin in der DDR über die Methoden der Staatssicherheit. Der Bundestag, die Volksvertretung der deutschen Wahlberechtigten, weiß die Namen nicht nur, er macht auch ernst mit dem Datenschutz, den seine Mitglieder immer gern predigen, wenn es um Firmen oder Behörden geht. Bei der derzeit laufenden Petition gegen Internetzensur stellt die Verwaltung des Hohen Hauses jedem Interessierten vom Adressenhändler über die Polizei bis zum Geheimdienst alle Namen aller Mitunterzeichner öffentlich zum Download bereit. Ja, sie wissen immer noch unsere Namen – hier ein Auszug aus der Liste mit Link zur vollständigen csv-Datei auf dem Bundestagsserver.Einträge werden als ‘Gelesen & Gehört’ kategorisiert
Stasi-Methoden
7. Mai 2009 · Kommentar schreiben
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Kunzes Protest
30. April 2009 · Kommentar schreiben
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Macbeth, Amok und Russisch-TV
15. März 2009 · Kommentar schreiben
Das russische TV hat gut recherchiert. Immerhin hat der Macbeth-Song über Erfurts Schul-Attentäter Robert Steinhäuser schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Die Russen haben es aber rausbekommen und deshalb unseren Freunden von Macbeth Zuhause in Erfurt einen Besuch abgestattet. Die Aufzeichnung kann man sich hier ansehen.
Ab Minute 3:31 sind die Jungs zu sehen und zu hören. Und hier nun der Text, um den es geht (mit freundlicher Genehmigung von Macbeth):
April
Ein trüber Morgen, kalt und grau
Wolken verstecken des Himmels Blau
Ich weiß heute werde ich sterben
Und mein Name nie vergessen werden
Das graue Haus kommt immer näher
Es schält sich aus dem Morgennebel
In der Luft riecht es nach Regen
Doch heute wird es mehr als diesen geben
Gnadenlos… Atemlos
Mit dem letzten Schrei ist es vorbei
Schwarz gewandet wie der Tod
Mein Weg färbt sich vom Blut ganz rot
Ich habe die Macht Euch zu richten
Nun bin ich wie Gott und kann Euch vernichten
Raum für Raum schieß ich Euch nieder
70 Schuß lang immer wieder
Ich sehe die Angst in Euren Augen
Menschen die mir einst vertrauten
Gnadenlos… Atemlos
Mit dem letzten Schrei ist es vorbei
Es war kein Traum, es war kein Spiel
Euch zu töten war mein Ziel
Ihr fragt Euch nun was war der Grund
Doch fest verschlossen bleibt für immer mein Mund
Nun ist es still, es ist vollbracht
Im Lauf nur noch ein Schuß
Hab mich zu Eurem Richter gemacht
Nun komme ich zum Schluß
Vorbei, es ist vorbei…
Macbeth haben übrigens neuerdings einen Majorlabel-Plattenvertrag. Es geht also endlich voran. Verdient haben Sie`s schon lange. Und hier noch einmal das Boot, weil´s so schön ist:
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Die kleine Bomberjacke und das rossmannschleckerblonde Mädchen
28. Februar 2009 · 1 Kommentar
Ein Autor vom immer wieder lesenswerten und stets aufs Beste informierten Blog Politplatschquatsch hat sich dieser Tage statt mit dem politischen Deutsch- und Weltgeschehen mit einer Reise ins Gebiet der Oberhavel befasst und seine Beobachtungen für uns aufgeschrieben:
Nebenan macht gerade Plus zu. Und bei Netto stehen sie deshalb doppelt an. Gransee, die Perle des Oberhavelkreises, im Winter 2009. An der Kasse drei lebendige Skinheads, wie sie außerhalb der Brandenburger Pampa nur noch in der Fantasie von Mittweidaer Oberschülerinnen und Passauer Polizeipräsidenten ihr glatzköpfiges Unheil treiben. Die hier sind überfällig. Einer trägt schon Versicherungsvertretermantel. Die anderen sind jünger, aber bester Laune. „Was wollt ihr“, fragt die Kassierein, ein rossmannschleckerblondes Mädchen, das in längst vergangener Zeit eine prächtige Brandenburger Bauersfrau abgegeben hätte. „Eene Handynummer und zwee Schachteln F6″, sagt die kleinste Bomberjacke fröhlich. „Nee, Handynummer hamwa nich“, höhnt das Kassenmädchen ohne eine Sekunde Nachdenken zurück. Routine im Netto Gransee, wo die Kunden immer noch ladenneue Einstrich-Keinstrich-Wattejacke aus NVA-Beständen auszuführen haben, wenn sie nicht lieber zur praktischen vietnamesischen Jogginghose greifen. Draußen vor der Tür schauen vier langhaarige Jung-Granseer dem Untergang der Stadt zu. Wer hier nicht zum Baumverschneiden kommandiert ist oder im Bestattungsinstitut arbeitet, ist Tourist oder er läuft mit traurig gesenktem Kopf durch eine historische Innenstadt, der die Fördermittelmillionen aus jeder Pflasterritze quellen. Wenn das hier schon das Leben ist, was machen dann die Toten? Der Chef vom Fotoladen kennt sich aus: Ein USB-Kabel will die Dame aus Bayern? „Das kaufen Sie mal besser zu Hause“, rät der Mann, „denn wenn es nicht das richtige ist, können Sie es ja nach dem Urlaub bei uns nicht mehr umtauschen!“ Höflich und freundlich sind sie hier. USB-Kabel aber hat er eigentlich sowieso gar nicht. „Vielleicht bei Retzer?“ Auf jeden Fall nicht bei Peter Schmidt, der einen Haushaltwaren- und Elektroladen mit Original-DDR-Leuchtreklame über der Tür betreibt. Die Leuchten funktionieren nicht mehr. Aber Schmidt weiß auch nicht, was das ist, ein USB-Kabel. „USB?“ Der Mann wird zum Fragezeichen. USA kennt er. USB? Kabel immerhin hat er verstanden, und dafür gibt es hier, inmitten von angegrauten Kühlschränken, verstaubten Zimmerpropellern und Kisten unbekannten Inhalts, auch ein Regal. Mit allerlei Elektrokabeln, laut Beschriftung sämtlichst ohne USB. „Nicht mal USA ist dabei“, deutet Schmidt die Lücke im Angebot zum Triumph um. „Am besten, Sie gehen zu Retzer“, empfiehlt er ein bisschen traurig, nicht seinetwegen, sondern wegen der Kundin. „Wenn ichs gehabt hätte, wärs nämlich billiger gewesen.“ Allerdings, freut sich der kundige Ladeninhaber, „ist es ja genau deshalb wahrscheinlich schon weg.“ An der Ecke zum Markt, auf dem ein paar lustlose Pakistani seltsame Kopfbedeckungen anbieten, stehen ein paar ältere Männer beisammen. Kurz vor Retzer, bei dem eine rosmmannschleckerblonde Tresenkraft einem rüstigen Senioren gerade die Handykarte per SMS auflädt. Die Zukunft ist angekommen an der Oberhavel. USB-Kabel liegen hinten links. Draußen winken die älteren Männer dem Bofrost-Laster zu, der vorbeifährt und Kühlnahrung bringt. In Gransee sind null Grad.Kategorien: Andere Länder, andere Sitten · Galerie · Gelesen & Gehört
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Tillmann & Tillman
20. Februar 2009 · Kommentar schreiben
In Erinnerung an Schorsch Tillmann ein Lied von Josh Tillman (Drummer der Fleet Foxes)
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Selbst ist die Zerstörung aus Protest
7. Februar 2009 · Kommentar schreiben
Er protestiert wieder einmal gegen die Menschen, singt für (seine) Liebe, schießt gegen den Krieg. Heinz Rudolf Kunze ist zurück. Welcome back! Wieder wirbelt der einstige „Niedermacher“ Worte nur so durcheinander, auf dass sie neu zusammenfinden (Selbst ist die Zerstörung). Protest gegen Banalitäten, Casting-Stars und Möchtegern-Helden. Aufruhr gegen den Krieg in Bagdad, gegen das konservative System, Reaktionismus. Und Liebeslieder, wie lange nicht mehr, auch für seine „Neue“ (Elixier). Auch zur Mundhi hat er zurück gefunden. Wenn auch nur aus Protest. Aber ich bin endlich wieder einmal freudig gespannt auf seine Tournee.
Kunze auf seiner neuen CD „Protest“
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Übersetzungen hinter verschlossenen Türen
28. Januar 2009 · 1 Kommentar
Es ist schon seltsam. Da wühlt man in einer alten Kiste, weil einem während der Krankheit die Decke auf den Kopf fällt, und entdeckt dabei schriftliche Aufzeichnungen, die einem zuerst ganz schön fremd sind. Dann, nach und nach, fällt einem alles, aber auch alles dazu wieder ein. Obwohl es, ziemlich genau sogar, 25 Jahre her ist.
Wir saßen in unserem Jugendclub, in den Häuserschluchten von HaNeu. Während sich andere mit Jugendkarneval, Jugendtanz, Fotografie oder der ersten Freundin beschäftigten, saßen wir zu dritt oder zu viert in einem kleinen Raum. Die Tür hinter uns verschlossen, auf dem Tisch ein Kassettenrecorder Marke „Babett“. Wir saßen alle davor und lauschten gespannt und sehr, sehr aufmerksam die neueste Platte der westdeutschen Band aus Köln.
Bewaffnet mit Papier und Stift, versuchten wir die im Dialekt gesungenen Texte zu übersetzen. Gar nicht so einfach, hatten wir doch zu Kölsch damals überhaupt keinen Bezug. Doch wir hatten einen Experten unter uns. Derjenige, der der größte Fan damals war, vertand schon die meisten Worte von Wolfgang Niedecken und seiner Band BAP. Er war es auch, der die Original-Platten hatte. Von der Oma, aus dem Westen.
Und so saßen wir dann bei jeder neuen Platte, bei jedem neuen Album da und versuchten, die Texte zu verstehen. Wir konnten meist schon mitsingen, als wir die Texte noch gar nicht verstanden hatten. Aber so geht es ja heute noch so manchem mit englischen Texten. Dieser Song hier war jedenfalls auch dabei. Damals, bei der Übersetzung Kölsch-Deutsch, 1984 im Jugendclub Gimritzer Damm von Halle Neustadt.
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Darkness oder das Ende des qualvollen Wartens
13. Januar 2009 · Kommentar schreiben
Manchmal kann warten ganz schön nerven. Und sogar qualvoll sein. Dabei ging es doch nur um ein Buch. Ein ganzes Jahr. So lange war es her, dass ich den dritten Teil der Pendergast-Trilogie der Autoren Douglas Preston und Lincoln Child gelesen hatte. „Burn Case“, „Dark Secret“ und „Maniac“ hatten mich so sehr in den Bann des FBI-Special-Agenten gezogen, dass inzwischen auch alle andern Bücher der beiden Autoren, auch deren Solo-Veröffentlichungen, gekauft und gelesen habe. Danach ging das Warten weiter. Bis letzte Woche. Da kam er nun endlich auf den deutschen Markt, der neue Pendergast. Nun, seit heute widme ich mich den neuen Abenteuern, „Darkness“ eben. Das fiese daran ist: Das Lesen wird kaum ein Bruchteil des Wartens dauern. Vorausgesetzt, es geht so spannend weiter. Eine Meinung folgt an dieser Stelle.
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