berlinpankowblogger

…und keiner fragt nach bruno-gröning

18. August 2008 · 5 Kommentare

Wieder einmal wird sie ordentlich angeheizt. Die Stimmung gegen und die Angst vor Scientology. Die beiden Experten auf diesem Gebiet haben sich wieder einmal zu einem Buch durchgerungen. Liane von Billerbeck und Frank Nordhausen schreiben seit 1993 über die Sekte. Ihre neue Gesamtdarstellung „Scientology – Wie der Sekten-Konzern die Welt erobern will“ soll zeigen, wie „gefährlich die antidemokratische Organisation“ nach wie vor ist. Klar, seitdem die amerikanischen Spinner auch in Berlin eine Zentrale haben, muss man wieder Angst haben.

Allerdings sollte man sich einmal die Realität genauer ansehen. Die Jahrmarkt-Stände der Sekte auf Berliner Straßen werden zu 99 Prozent nur noch belächelt. Ihr „Stress-Test“ wird maximal noch von Jugendlichen als Mutprobe genutzt. In den Zeitungen spielt Scientology schon lange nur noch in den Meldungsspalten eine Rolle. Wenn überhaupt. Und die Mitgliederzahl in Deutschland wird auf 5.500 geschätzt. Das sind 0,0067 Prozent der Bevölkerung. Huh, das sind aber viele. Aber wenn man einmal Experte ist, muss man eben immer wieder mal ein Buch schreiben.

Jedoch keiner fragt nach Bruno-Gröning. Die Naturheiler-Sekte hat immerhin mehr als doppelt so viele Anhänger (12.000). Oder nach den Zeugen Jehovas? Die bringen es schon auf 190.000 Gläubige. Oder die Mormonen (36.000 Mitglieder), die Vereinigten Apostolischen Gemeinden (30.000), die Neugermanen (25.000)? Alles Sekten, die in der Berichterstattung keine Rolle spielen. Sind ja wahrscheinlich auch harmlos. Aber das ist Scientlogy, zumindest in Deutschland, auch.

Ob Touristen oder Berliner – bei den Jahrmarktbuden der Sekte bleibt kaum noch jemand stehen, hier ein Stand auf dem Wittenbergplatz in Berlin Schöneberg

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5 Antworten bis hierher ↓

  • ppq // 25. August 2008 um 16:52

    ich finde das verharmlosend. scientology ist doch auf dem weg zur weltherrschaft, oder irre ich da? die sollen in berlin sogar schon eine eigene bushaltestelle haben. bruno gröning dagegen ist ja tot, der tut keinem mehr was

  • Readers Edition » Keine Gefahr aus Bruno Grönings Kropf // 26. August 2008 um 02:03

    [...] stets lesenswerte Berlinpankowblogger macht ja immer wieder den Fehler, draußen im Lande nach dem Rechten zu schauen, statt [...]

  • Weiber mit Glatze « berlinpankowblogger // 5. September 2008 um 15:13

    [...] Scientology ist also doch auf dem Vormarsch. Zumindest im Zusammenhang mit Pennern, Arschlecken und Schwachsinn. [...]

  • Scientology: Absurde Warnung « Mit elektrischer Feder // 8. September 2008 um 08:20

    [...] Ansonsten trifft dieser Kommentar hier meine Meinung zu Scientology recht genau: „Wieder einmal wird sie ordentlich angeheizt. Die Stimmung gegen und die Angst vor Scientology. Die beiden Experten auf diesem Gebiet haben sich wieder einmal zu einem Buch durchgerungen. Liane von Billerbeck und Frank Nordhausen schreiben seit 1993 über die Sekte. Ihre neue Gesamtdarstellung “Scientology – Wie der Sekten-Konzern die Welt erobern will” soll zeigen, wie “gefährlich die antidemokratische Organisation” nach wie vor ist. Klar, seitdem die amerikanischen Spinner auch in Berlin eine Zentrale haben, muss man wieder Angst haben.“ Quelle: berlinpankowblogger; …und keiner fragt nach bruno-gröning [...]

  • bob // 6. Juni 2009 um 10:33

    man fühlt sich eher weniger davon angesprochen bis man selber damit zutun bekommt. so zeichnet sich in meinem umfeld eine bruno eskalation ab.

    hat derautor oder sonstwer informationen zum ausstieg aus dem bruno-gröning, insbesondere zur beeinflussung von kindern? wäre superdankbar

    im netz finden sich nur die ewiggleichen beschreibungen des bruno-vereins

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